| Deutscher Innovationspreis: Feuerwerk an Ideen |
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ein Bericht aus dem Handelsblatt Nr. 084 vom 03.05.2010 Seite 35von Sebastian Matthes Kariesbehandlung ohne Bohren, Funktionshemden aus Naturfaser und umweltfreundlich hergestellte Ceran-Kochfelder Die Sieger des Deutschen Innovationspreises 2010 könnten unterschiedlicher kaum sein: Am Ende überzeigten die Jury der Mainzer Glasspezialist Schott, die Hamburger Zahntechnikerhersteller DMG und das Thüringer Startup Smartfiber mit Innovationen, die das Potential haben Märkte zu verändern. Verliehen wurde der Preis, den die "Wirtschafstwoche" mit der Unternehmensberatung Accenture, dem Energikonzern EnBW und dem Chemieriesen Evonik ausrichtet, in den Kategorien Großunternehmen, Mittelstand und Startup.
Im Rahmen einer Gala im Bayerischen Hof wurden die Sieger sowie die für die Endrunde nominierten Unternehmen am Freitag in München geehrt. Zu den vielen prominenten Gästen des Abends gehörten Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler von der Schaeffler-Gruppe, Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser, Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, und Tina Müller, Corporate Senior Vice President von Henkel. Vorsitzender der Preisjury war "Wirtschaftswoche"-Chefredakteur Roland Tichy. Sieger in der Kategory Großunternehmen wurde mit der Mainzer Schott AG ein führender Technologiekonzern mit weltweitem Renommee. Die Glas-Spezialisten überzeugten mit einer Technik, die es erstmals ermöglicht, Glaskeramikkochfelder ohne hochgiftige Schwermetalle wie Arsen oder Antimon zu produzieren. Nach mehr als zehnjähriger Entwicklung und Optimierung der Produktion werden seit 2009 alle schwarzen Ceran-Kochfelder ohne die giftigen Substanzen produziert. Sie galten in der weltweiten Glaskeramikfertigung bislang als unersetzlich. Damit wird Schott Vorreiter einer ganzen Branche: "Schott beweist, dass Nachhaltigkeit ins Kerngeschäft integriert gehört und nicht den Gutmenschen überlassen werden darf", lobte Stephan Scholtissek, Global Managing Director beim Beratungsunternehmen Accenture und Jurymitglied des Deutschen Innovationspreises. Auf das Siegertreppchen in der Kategorie Mittelstand schaffte es der Hamburger Dental-Spezialist DMG. Das Unternehmen überzeugte die Jury mit einer neuartigen Substanz namens Icon. Damit können Zahnärzte Karies behandeln, ohne zu bohren. Kommt die Flüssigkeit in Berührung mit kariesbefallenen Zähnen, bekämpft sie die Bakterien sofort. Anschließend füllt die Substanz den Schmelz auf und dichtet den Zahn ab. "Die Technik birgt ein Innovationspotenzial, das für eine ganze Branche bedeutsam werden kann", sagte Jurymitglied Hans-Peter Villis, der Chef des Energieversorgers EnBW. DMG kann bereits beachtliche Erfolge vermelden: Ein Jahr nach dem Verkaufsstart behandeln bereits 5000 Zahnärzte Patienten mit Icon. ![]() Als Sieger in der Kategorie Startup wurde smartfiber prämiert. Das Unternehmen aus Rudolstadt bei Erfurt fertigt High-Tech-Funktionsfasern aus Naturrohstoffen. Daraus entstehen beispielsweise temperaturregulierende Hemden, die Wanderer im Sommer kühlen und im Winter wärmen. Jahrelang bestanden Outdoor-Outfits überwiegend aus Kunstfasern. Mitunter waren sie sogar mit schädlichen Chemikalien beschichtet, um Wind und Wetter zu widerstehen. Dabei haben die Hersteller von Outdoor-Produkten ein Zielgruppe, die "nachhaltig und vor allem gesund leben wil", sagte Klaus Engel, Vorstandschef des Chemieriesen Evonik und ebenfalls Jurymitglied des Deutschen Innovationspreises. "Kunstfasern sind ein Widerspruch dazu." Diesen Widerspruch löst smartfiber auf. Die Preisverleihung in München war zugeleich Auftakt für die Ausschreibung zum Deutschen Innovationspreis 2011. "Ich hoffe, dass der Wettbewerb neue Impulse setzt, damit Innovationspotenziale in Zukunft voll ausgeschöpft werden und unser Land der Ideen noch bekannter wird", so der Schirmherr des Innovationspreises, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Zur Bewertung zugelassen sind Konzerne, Mittelständler und Startups aller Branchen.Neben Produkten werden auch Geschäftsmodelle, Prozesse, Dienstleistungen und Marketinginstrumente prämiert. Die Bewerbung ist auschließlich über das Internet möglich unter www.der-deutsche-innovationspreis.de . |



